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Tipp des Monats September: Film: Ergo Proxy

Diesen Monat geht es nicht um einen Film, sondern gleich um eine ganze Serie, nämlich die japanische Anime-Serie „Ergo Proxy“.
Ich bin ein großer Fan japanischer Animes, jedoch nur der etwas düstereren, „erwachseneren“ Vertreter, wie „Ghost in the Shell“, „Appleseed“, „Akira“ oder „Deathnote“.
Doch in meinen Augen werden all diese Meisterwerke von „Ergo Proxy“ sogar noch übertroffen. Diese aus 23 Folgen bestehende Serie ist in Deutschland leider kaum bekannt und ein absoluter Geheimtipp, nicht nur für Anime-Liebhaber, sondern auch Fans von anspruchsvoller Sci-Fi, Cyberpunk, Film Noir und Gothik.
Kurzum, „Ergo Proxy“ ist schlicht einzigartig.

Die Geschichte ist in einer postapokalyptischen Zukunft angesiedelt. Die Erde ist weitestgehend unbewohnbar und die Menschen leben in riesigen, hochtechnisierten Kuppelstädten, die auf den ersten Blick wie das Paradies auf Erden sind – und auf den zweiten, totalitäre Systeme.
Um den Menschen das Leben einfacher zu machen, werden ihnen intelligente Androiden zur Seite gestellt, die jedoch auch dazu da sind, um sie besser kontrollieren zu können. Doch es läuft nicht mehr alles rund im Paradies, als immer mehr Androiden vom rätselhaften „Cogito-Virus“ befallen werden, das sie Bewusstsein erlangen und außer Kontrolle geraten lässt. Re-l, eine Kommissarin der Geheimpolizei soll die Sache aufklären, die sich jedoch schon bald als etwas viel Größeres entpuppt, als sie sich je hatte träumen lassen können…

Sehr viel mehr von der Handlung will ich eigentlich gar nicht verraten, Ihr sollt Euch schließlich selbst überraschen lassen.
Der Look der Serie erinnert an Film Noir und Blade Runner und was als Cyberpunk-Crime-Story beginnt, mündet – wie so oft bei japanischen Filmen und Serien- in ein nie dagewesenes Feuerwerk an abgefahrenen Ideen und übersprudelnder Kreativität.
Zudem bin ich hoffnungslos verliebt in die Hauptfigur, Re-l. Sie ist eine der besten Frauenfiguren, die ich kenne. Eine solch starke, stylische und extrem coole Heldin muss man in westlichen Filmen leider vergeblich suchen…
Zu guter Letzt ist auch die Introsequenz schon ein Kunstwerk an sich und sorgt mit einem wunderschönen Song des bei uns leider völlig unbekannten japanischen Sängers Monoral für Gänsehaut.

Genug gelabert. Die DVDs sind bei uns in Deutschland zwar leider etwas teuer (Tipp: über Amazon UK bestellen), aber absolut ihr Geld wert.
Wenn ich es mir recht überlege, denke ich, es wird Zeit mal wieder meine hervorzuholen und mir „Ergo Proxy“ mal wieder anzusehen … Ich bin dann mal weg!

Tipp des Monats August: Buch: „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King

Die Königskategorie bei meinem Tipp des Monats sind natürlich Bücher. Das heutige möchte ich nicht nur Stephen-King-Fans wärmstens empfehlen, sondern auch allen die mit dem Gedanken spielen, selbst mit dem Schreiben anzufangen – aber auch den Profis unserer Zunft.

„Das Leben und das Schreiben“ wird bei Amazon unter der Rubrik „Memoiren“ verkauft, doch ich finde, die Bezeichnung wird diesem Buch nicht gerecht. Zwar erzählt Stephen King darin tatsächlich im autobiographischen Stil jede Menge aus seinem Leben – zum Teil schonungslos ehrlich, jedoch versehen mit viel Selbstironie und dem für ihn typischen Humor- jedoch nimmt das nur in etwa die Hälfte des Buches ein. Die andere Hälfte widmet sich, ganz wie der Titel es verspricht, dem Schreiben.

Für mich ist Stephen King mein größtes Idol, denn ohne die Inspiration durch seine Werke hätte ich vielleicht nie mit dem Schreiben angefangen. Mit 14 habe ich ihn für mich das erste Mal entdeckt, und jetzt, fast ein viertel Jahrhundert später, lese ich ihn noch immer verdammt gerne. Er ist in meinen Augen einer der talentiertesten Schriftsteller der Gegenwart.
In diesem Buch berichtet King nun nicht nur, wie er selber schreibt und arbeitet, sondern gibt auch sehr wertvolle Tipps für Anfänger und Kollegen. Vielen Neulingen ist zum Beispiel nicht klar, dass Schreiben mehr mit Handwerk als mit reinem Talent zu tun hat, und dass der Beruf des Schriftstellers eine Menge Selbstdisziplin erfordert.
Gleichzeitig spricht mir Stephen King aus der Seele, wenn er beschreibt, wie hart – und auch zuweilen einsam- das Leben eines Schriftstellers sein kann.
Für Neulinge dürfte es zudem aufbauend sein, dass auch Stephen King nicht als Bestseller-Autor geboren wurde, sondern einen harten und steinigen Weg hinter sich bringen musste, ehe er schließlich zum Erfolg kam.
Andererseits muss man dabei natürlich auch beachten, dass King, so wie viele seiner Kollegen, das Glück haben, in den USA zu verlegen. Denn in Deutschland wäre er niemals erfolgreich gewesen. Höchstwahrscheinlich hätte man ihn nicht einmal verlegt. Ebenso wie zahlreiche andere prominente Kollegen, wie zum Beispiel George R.R. Martin. Woran das liegt? Nun, deutsche Verlage finden, Horror verkaufe sich nicht und eine Story, die auf sieben Bände mit tausenden von Seiten, dutzenden von Figuren und einer hochkomplexen einzigartigen Welt – um Gottes Willen, viel zu kompliziert!
Ein Lied von Frust und Trauer, das viele meiner Kollegen (mich eingeschlossen) teilen.

Wie dem auch sei, „Das Leben und das Schreiben“ ist ein wunderbares Buch, das auf sehr unterhaltsame Weise die Techniken des Schreibens näherbringt. Mich hat es dazu animiert, meinen ersten Roman, „Xiang“, zu schreiben, nachdem ich es (damals noch Drehbuchautorin) gelesen hatte.
Ein must-read für alle Schreiberlinge und diejenigen die es werden wollen!

Tipp des Monats Juli: Musik: Deus Ex Human Revolution (OST)

Ich werde häufig gefragt ob es bestimmte Musikrichtungen oder Alben gäbe, die mich inspirieren, oder die ich gerne zum Arbeiten höre.

Die gibt es in der Tat! Ich habe mir eine extra Playlist in meinem iTunes auf dem Laptop zusammengestellt, die aus etwa 30 Stunden Musik besteht, und die ich über Kopfhörer zum Schreiben höre. Obwohl ich privat gerne Metal, Industrial oder härteren Electro mag (The Prodigy, Combichrist und Metallica zählen zu meinen Lieblingsbands), wäre es mir unmöglich, mich bei dieser Art von Musik zu konzentrieren und kreativ zu arbeiten.

Damit meine Gedanken frei fließen können, benötige ich eine ganz spezielle Art von Musik, die ich meistens in Form von Film- oder Videospielsoundtracks finde.

Eines meiner All-Time-Favourites ist hierbei der Soundtrack von „Deus Ex: Human Revolution“ von Michael McCann.

Bereits letztes Jahr habe ich Euch in meinem Tipp des Monats das zugehörige Spiel vorgestellt. Wer es kennt, wird sofort an die einzigartigen Klänge denken, die stark zur Atmosphäre der Cyberpunk-Dystopie beitragen. Doch auch Leute, die sonst einen Bogen um Videospiele machen, sollten diesem Soundtrack eine Chance geben und zumindest mal reinhören. Denn was Michael McCann da geschaffen hat, ist in meinen Augen nicht nur einer der besten Game-Soundtracks überhaupt, sondern kann sich durchaus mit den Klängen großer Hollywood-Komponisten messen – und übertrifft sie in manchen Punkten sogar. Denn wo Hans Zimmer und Co. häufig in beliebigen Mainstream abdriften, wagt McCann es, etwas neues und originelles zu erschaffen.

Der Soundtrack mixt hochwertigen Electro-Sound mit sphärischen Klängen, die Musik spielt mit den Sinnen, ohne zu aufdringlich oder bombastisch zu sein.

Kurzum: Für mich ist der „Deus Ex: Human Revolution“ OST unglaublich inspirierend und hilft mir sehr, meine kreative Energie zu bündeln und zu Papier zu bringen. Wer gerne coole, unaufdringliche Electro-Musik mit dem gewissen Etwas zum Arbeiten hört, ist hier genau richtig!

Xiang Reloaded (Neu Aufgelegt)

Ab heute erhältlich: Frisch überarbeitet, mit neuem Cover und in neuer Auflage, mein erster Roman: „Xiang“!
Diese Geschichte ist ganz anders als meine MUC- Romane.
Kompromissloser, wilder, härter – aber, wie ich hoffe, nicht weniger spannend.
Ich freue mich sehr, wenn Ihr meinem „Frühwerk“ eine Chance gebt und natürlich über Euer Feedback dazu 🙂

Tipp des Monats Juni: Videospiel: Deadly Premonition

Heute gibt es von mir mal wieder ein Videospiel als Empfehlung, und zwar ein ziemlich einzigartiges: Deadly Premonition.

Dieser absolute Geheimtipp erschien bereits 2010 und ist in meinen Augen als eine Art „Twin Peaks“ meets Asian Survival Horror zu bezeichnen – eine ebenso abgefahrene wie geniale Mischung.

Wer schon mal die Kultserie „Twin Peaks“ von David Lynch gesehen hat, weiß, dass es sehr schwer zu beschreiben ist, worum es eigentlich darin geht. Ein Mord und rätselhafte Geschehnisse in einer Kleinstadt voller Weirdos und mittendrin ein FBI-Agent mit recht unkonventionellen Methoden, triffts wohl noch am ehesten.

Genau das ist auch die Rahmenhandlung in „Deadly Premonition“. Die kleine Stadt inmitten einer Waldlandschaft könnte durchaus Twin Peaks sein, Agent Francis York Morgan könnte Agent Coopers Cousin sein und die Weirdos, die den Ort bevölkern sind mindestens genauso schräg wie im filmischen Vorbild.

Denn dass „Twin Peaks“ Vorbild für das Spiel gewesen sein muss, ist unverkennbar. Selten gab es eine so gelungene Hommage.

Wie bereits erwähnt, spielt man den FBI-Agenten Francis York Morgan, der mit Cooper seine Vorliebe für schwarzen Kaffee teilt und diesen sogar als tägliches Orakel betrachtet und anstatt ins Diktiergerät mit seinem (imaginären?) Alter Ego Zack sein weiteres Vorgehen bespricht. Eigentlich soll er nur einen Mord an einer jungen Frau aufklären, doch natürlich ist die beschauliche Kleinstadt viel mehr als sie zu sein scheint …

Und hier kommt der zweite Aspekt des Spiels zum Tragen: der Asian Survival Horror. Ähnlich wie in Klassikern alla „Silent Hill“ oder „Resident Evil“ wird man sich mit allerlei Monstern herumschlagen und etliche schweißtreibend-gruselige Situationen meistern müssen – genretypisch immer mit viel zu knapper Munition.

Die Grafik des Spiels ist selbst für 2010 wirklich schwach und das Sounddesign zum Teil haarsträubend (die Autos!), dennoch ist das Game so abgefahren und einzigartig, dass es einfach Spaß macht. Zudem schafft es durchweg eine tolle Atmosphäre und ein paar wirklich gruselige Momente!

Jetzt im Sommer an langen hellen Abenden ist „Deadly Premonition“ vielleicht nicht die richtige Wahl, aber in drei Monaten ist Herbstbeginn – mitsamt kürzer werdenden Tagen, fallenden Blättern und Wind der um die Häuser pfeift, perfekt für dieses Spiel.

In Fankreisen gilt „Deadly Premonition“ ähnlich wie „Twin Peaks“ mittlerweile als Kult und ich kann mich dieser Einschätzung nur anschließen. Wer mal was ganz Anderes sehen und erleben möchte, sollte dieser Perle eine Chance geben.

Ach ja, kleiner Tipp zum Schluss: Wie bei asiatischen Spielen üblich, ist der Schwierigkeitsgrad relativ hoch. Deswegen unbedingt so schnell wie möglich alle Sidequests abschließen, damit man die Maschinenpistole mit unendlich Munition bekommt. Anders sind spätere Gegner kaum zu meistern … Ihr werdet an meine Worte denken, wenn ihr erst mal fluchend den Controller werft 😉

Falks Mission jetzt als eBook im (online) Handel erhältlich

Seit heute im Handel: mein neues eBook „Falks Mission“.
Wer schon immer wissen wollte, wie es im Kopf von Widerling Falk so zugeht und wie die Invasion auf MUC vorbereitet wurde, sollte hier zugreifen!
Ich wünsche Euch viel Spaß bei der Lektüre!

Tipp des Monats Mai: Film: Soylent Green (2022… Die überleben wollen)

Soylent Green ist Menschenfleisch!“

Diesen Monat möchte ich wieder einen Film vorstellen, und zwar einen absoluten Klassiker der Dystopie, der leider – von Cineasten mal abgesehen- etwas in Vergessenheit geraten ist. Und dass, obwohl (oder weil?) er heute aktueller ist denn je.

In diesem genialen Film aus dem Jahre 1973 spielt Charlton Heston einen Cop, der in New York im Jahre 2022 den Mord an einem Industriellen aufzuklären versucht, und dabei auf eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes stößt…

Das Faszinierende – und gleichzeitig Gruselige- an dem Film ist in meinen Augen, dass er im Jahre 73 so viele Entwicklungen vorweg nimmt, mit denen wir heute bereits zu kämpfen haben, oder die vielleicht in ähnlicher Form noch kommen könnten, schließlich ist bis 2022 ja noch ein bisschen Zeit.

Die unaufhaltsame Bevölkerungsexplosion und die damit verbundene Plünderung der Ressourcen des Planeten, ist nur einer der Aspekte, die in den 70ern noch düstere Zukunftsprognosen, heutzutage jedoch bittere Realität sind.

In „Soylent Green“ ist der Mensch aufgrund seiner Menge austauschbar geworden, er hat seinen Wert als Individuum verloren. Die meisten leben in riesigen Städten, eng zusammengepfercht in winzigen Wohnungen (man beachte, dass es uns heutzutage als „Trend“ verkauft wird, in immer kleineren Wohnungen zu immer höherem Preis wohnen zu „wollen“). Nur die wenigen Reichen haben die Mittel, ihr Leben wirklich genießen zu können, der Rest arbeitet, um zu überleben. Die meisten sind so arm, dass sie sich keine normalen Nahrungsmittel leisten können, daher ernährt man sich von den sogenannten „Soylents“, die angeblich alles enthalten, was der Mensch zu Überleben braucht.

Dabei empfinden die meisten das „Soylent Green“ am Nahrhaftesten und Wohlschmeckendsten, weshalb es bei der Ausgabe regelmäßig zu Tumulten kommt, bis der Held aufdeckt, dass es sich dabei um Menschenfleisch handelt – hergestellt aus den Toten der Gesellschaft.

Schon Huxley hatte in seinem Roman „Schöne Neue Welt“ eine Gesellschaft geschildert, die so utilitaristisch ist, dass sie es als Verschwendung empfindet, ihre Toten zu beerdigen, da man doch so viele tolle Sachen aus ihrer Zellmasse herstellen kann. In „Soylent Green“ stellt man aus den Toten gleich Nahrung her und verfüttert sie an die hungrigen Massen.

Davon sind wir Gottseidank noch weit entfernt (hoffe ich), und doch gibt es eine Szene in dem Film, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ: darin stellt ein alter und kranker Mann fest, dass er eigentlich unnütz und eine Belastung ist und beschließt sich einschläfern zulassen. Das ist in der Gesellschaft Gang und Gäbe und wird so angenehm und „human“ wie möglich für den Betroffenen praktiziert.

Das hat mich schon arg an heutige Debatten erinnert, in denen gefordert wird, jeden dann sterben zu lassen, und ihm legal dabei zu helfen, wenn er es wünscht. Wie praktisch wird es doch sein, wenn alte und kranke Leute, die man nicht mehr braucht, freiwillig beschließen zu gehen … Das wäre doch zum Nutzen aller, oder nicht?

Alles in Allem ist „Soylent Green“ ein großartiger Film, der nichts von seiner Brisanz eingebüßt hat. Jeder Dystopie-Fan sollte ihn im Regal stehen haben!

Tipp des Monats April: Buch: Richard Morgan: Altered Carbon / Das Unsterblichkeitsprogramm

Ich bin diesen Monat mal wieder bei der Kategorie Buch angelangt und möchte dieses Mal keinen Klassiker, sondern einen echten Geheimtipp der zeitgenössischen Science-Fiction vorstellen.

Manchen mögen Richard Morgan und seine Werke ja bereits bekannt sein, aber da Sci-Fi leider in Deutschland ein Schattendasein fristet, ist fast jeder gute Sci-Fi-Autor hierzulande ein Geheimtipp.

Der Roman „Altered Carbon“ bzw. der deutsche Titel „Das Unsterblichkeitsprogramm“ ist ein Cyberpunk-Thriller im Noir-Stil. Die Handlung spielt in ein paar hundert Jahren. Bis dahin hat die Menschheit quasi den Tod besiegt, denn jeder Mensch trägt einen Chip im Schädel, der all seine Erinnerungen speichert. Stirbt der Körper, wird der Chip einfach in einen neuen Körper eingesetzt und weiter geht’s. Doch selbst in dieser fortschrittlichen Welt gibt es noch Mord und so muss der (Anti)-Held Takeshi Kovacs (er stammt von einem Planeten, der hauptsächlich von Japanern und Slawen kolonialisiert wurde; daher der seltsame, für jenen Planeten jedoch ganz gewöhnliche, Name) in einem besonders kniffligen Todesfall ermitteln – in bester Detektiv-Manier der Noir-Ära.

Ich liebe ja generell Science-Fiction und insbesondere Cyberpunk, aber dieser Roman ist einfach besonders gut, denn er verbindet alle Stärken des Genres mit einer wirklich spannenden Detektiv-Geschichte der alten Schule.

Der Grund, warum ich hier übrigens sowohl den deutschen als auch den Originaltitel anführe, ist, dass ich allen empfehlen würde, das Buch im Original zu lesen, deren Englisch gut genug ist. Der Autor benutzt vor allem in den Dialogen eine sehr ausdrucksstarke Sprache, die mit vielen Schimpfwörtern gespickt ist – da kann die deutsche Übersetzung nur abstinken.

Unsere Sprache hat zwar den „Faust“ hervorgebracht, aber zum Fluchen ist sie leider weniger geeignet als die Englische.

Ich kenne Richard Morgan übrigens persönlich (was nicht der Grund ist, warum ich dieses Buch empfehle – es ist einfach ein verdammt guter Roman!). Wir lernten uns vor ein paar Jahren kennen, als ich in der Videospielbranche gearbeitet habe. Er ist ein sehr höflicher (typisch Brite), intelligenter und witziger Mann, von dem ich viel gelernt habe. Richard ist der mit Abstand beste Autor, den ich je kennen gelernt habe … und ich kenne viele.

Netflix hat sich übrigens die Rechte an „Altred Carbon“ gesichert und will eine Serie daraus machen. Ich kann es kaum erwarten!

Und alle, die das Buch noch nicht kennen, haben jetzt noch genug Zeit es zu lesen, solange es noch ein Geheimtipp ist …

Tipp des Monats März: Musik: „Aftershock“ von Motörhead

Mein Tipp des Monats März soll wieder der Musik gewidmet sein, und zwar keiner geringeren Band als Motörhead.

Das Ende des Jahres 2015 barg eine traurige Nachricht für alle Metal- und Hard-Rock-Fans, aber auch für die Musikwelt im Allgemeinen: Lemmy Killmister starb am 28.12.2015 an Krebs.

Da ich selbst ein großer Fan von Motörhead -und im speziellen Lemmy- bin, war sein Tod natürlich ein Schock für mich. Und auch jetzt, drei Monate später, ist in meinen Augen die Welt spürbar leiser geworden ohne ihn.
Aber Lemmy war eine Frohnatur, der sein Leben bis zum letzten Atemzug ausgekostet hat, und daher bin ich mir ziemlich sicher, dass er nicht wollen würde, dass man um seinetwillen Trübsal bläst. Er würde wollen, dass man stattdessen einen Whiskey trinkt, sein Leben genießt – und Motörhead sehr laut hört.

Das will ich also tun, und stelle hiermit eines meiner liebsten Alben der Band vor, nämlich Aftershock. Es ist das vorletzte Album von Motörhead, es ist laut, es ist krachig und es rockt! Entweder man liebt es oder eben nicht. (Lemmy wärs ziemlich schnuppe, wenn man´s nicht mag – Cheers!)
Ich persönlich finde es unter den vielen Alben von Motörhead besonders toll, weil ich die Band live auf Tour erleben durfte, als das Album frisch draußen war.
Es war im Münchner Zenith und wer es kennt, weiß, dass es eine ganz üble Konzert-Location ist. Es fasst mehrere tausend Leute und ist ein riesiger Schlauch. Jetzt bin ich mit meinen 1,72 m nicht gerade klein, aber der durchschnittliche Metaler ist um einiges größer und breiter, weshalb ich ständig hochhüpfen musste, um mehr zu sehen, als nur Lemmys Hut.
Zudem machte die Band ihrem Slogan „everything louder than everything else“ alle Ehre (Motörhead steht im Guinness Buch der Rekorde als lauteste Band der Welt) und trotz Ohrstöpsel, die ich auf sonstigen Konzerten normalerweise nicht brauche, summten meine Ohren noch Tage später „Ace of Spades“.
Für den Liebhaber von stiller Kammermusik mag meine Beschreibung vielleicht eher wie ein Alptraum klingen – ich fands absolut genial! Ich bin sehr froh, dass ich Motörhead noch live auf der Bühne erleben durfte und „Aftershock“ wird mich für immer dran erinnern.

Lemmy, wo immer Du auch bist – keep on rocking! Wir vermissen Dich.

P.S.
David Bowie kommt frisch im Himmel an und wird am Tor von Lemmy in Empfang genommen.
Sagt David: „Sag mal, muss man hier eigentlich immer diese lächerlichen weißen Kutten tragen?“
Darauf Lemmy: „Wenn das dein Problem ist – warte erst mal bis du die Bar gesehen hast!“

Tipp des Monats Februar: Videospiel: Dragon Age: Inquisition

In meinem Tipp des Monats ist es mal wieder Zeit für ein Videospiel und ich habe mich dieses Mal für Dragon Age: Inquisition entschieden, also Dragon Age 3.

Zugegeben, nach dem Debakel von Mass Effect 3 (Du hast am Ende die Wahl zwischen drei unterschiedlich farbigen Explosionen und alle Entscheidungen, die Du im Verlauf von drei Teilen und 300 Stunden Spielzeit getroffen hast, sind für den Allerwertesten; mein Gott, ich werde immer noch sauer, wenn ich nur dran denke! Sorry für den Exkurs, aber Gamer dürften wissen, wovon ich rede…) war ich beleidigt mit Bioware und mehr als skeptisch, was das neue Dragon Age anbelangt. So dauerte es mehr als ein Jahr nach Release, bis ich endlich beschloss über meinen eigenen Schatten zu springen und Dragon Age: Inquisition eine Chance zu geben.

Langer Rede kurzer Sinn, ich wurde nicht nur positiv überrascht, ich bin sogar total begeistert von dem Spiel!

Inquisition besticht nicht nur mit einer riesengroßen Spielwelt, einem tollen, nahezu bugfreien Gameplay, einer wunderschönen Grafik und detailverliebten Texturen, interessanten Quests, einem großartigen Soundtrack und (zumindest im englischen Original) sehr überzeugenden Voiceactors – was mich als Autorin natürlich am meisten fasziniert und weshalb ich das Spiel hier vorstelle, sind die Story und die Charaktere.

Diesbezüglich ist Bioware wieder in absoluter Hochform und schließt nahtlos an Meisterwerke wie Dragon Age: Origins oder Mass Effect 2 an.

Ich muss sagen, ich bin wirklich begeistert von der Story in Inquisition, die in meinen (inklusive Add-ons) 120 Stunden Spielzeit nicht eine Sekunde langweilig wurde oder Logiklöcher aufwies.

Das Ende des Hauptspiels ist schön, emotional und mehr als befriedigend, ich empfehle aber dringend noch das Add-on „Trespasser“ hinterherzuspielen. Denn was den Spieler dort erwartet ist schlicht und ergreifend ganz großes Kino – und öffnet Bioware das Tor zu einer richtig großen superspannenden Fortsetzung. Was für ein Cliffhanger!

Was mich aber mindestens genauso fasziniert, sind die Charaktere mit denen man unterwegs ist. Als Schriftstellerin kann ich nur sagen, dass die Charaktere großartig entworfen sind und zu jeder Zeit überzeugen. Keiner ist das, was er auf den ersten Blick zu sein scheint, was den Figuren eine für Videospiele ganz und gar untypische Tiefgründigkeit verleiht. Zudem sind die Dialoge exzellent geschrieben, mal witzig, mal ernst, mal berührend, die absolut hohe Schule des Gamewritings!

(Ich beziehe mich in allem auf das englische Original, da ich nur das gespielt habe. Die deutschen Versionen sind aber leider erfahrungsgemäß schwächer, weshalb ich Jedem, der gut Englisch kann, immer das Original empfehlen würde.)

Alles in allem kann ich Dragon Age: Inquisition mit vollem Herzen empfehlen, denn es bietet großartige Unterhaltung auf sehr hohem Niveau. Das Spiel ist sogar für Videospiel-Neulinge geeignet, die primär die Story genießen wollen, denn man kann den Schwierigkeitsgrad jederzeit herunterstellen.

Also, liebe Mädels und Jungs bei Bioware, ich bin begeistert und habe Euch ME3 (vorerst) verziehen! Weiter so! Mal sehn, wie das für dieses Jahr angekündigte Mass Effect: Andromeda so wird …